Kulturhaus am Hanns-Seidl-Platz: Das sind unsere Argumente

Seit Jahrzehnten wartet Neuperlach auf das Kulturhaus am Hanns-Seidl-Platz. Wir, die SPD vor Ort, tun das auch. Immer wieder haben wir uns den vergangenen Jahren darum bemüht, die Planungen voranzutreiben, konstruktiv an der bestmöglichen Umsetzung zu arbeiten und den Finger in die Wunde zu legen, wenn die Planungen ins Stocken gerieten.

Anfang Dezember 2025 hat der Stadtrat nun erneut Planungen vorgelegt, die einen Baustart für 2029 vorsehen. Dies wäre ein Schritt, den wir in Neuperlach zwar für lange überfällig erachten, den wir aber dennoch sehr begrüßen würden. Das Problem ist jedoch die angespannte Haushaltslage der Stadt München. Es ist nicht gesichert, dass die finale Entscheidung über den Baubeginn 2027 positiv ausfallen kann. Zu unsicher ist, ob die Stadt die Kosten für den Bau in den nächsten Jahren aufbringen kann.

Die SPD im Stadtrat wie im Bezirksausschuss arbeitet deshalb an konstruktiven Lösungen. Anders als die Grünen, die die Stadtratsmehrheit und den Kulturreferenten stellen, sind wir nicht bereit, nach außen hin so zu tun als sei das Kulturhaus in Neuperlach sicher und intern jedoch zu wissen, dass die Finanzierung alles andere als gesichert ist. Die CSU im Bezirksausschuss wiederum ist bereit, einem rein städtischen Kulturhaus eine Absage zu erteilen, und das Grundstück stattdessen an einen privaten Investor zu veräußern. Wir sehen das anders.

Das sind unsere Forderungen:

  • Wir wollen weiterhin ein städtisches Kulturhaus. Neuperlach braucht ein Kulturhaus, dass allen Bürgerinnen und Bürgern offen steht, dass kostengünstig ist und ein Ort des Zusammentreffens und des Vereinslebens werden kann.

  • Wir sind gegen die Veräußerung des Grundstücks an einen privaten Investor. Ist das Grundstück nicht mehr in städtischer Hand, ist eine langfristige, öffentliche Nutzung zu erschwinglichen Preisen nicht mehr gesichert. Ein privater Investor muss wirtschaftlich und gewinnorientiert denken. Diese Ziele sind nicht kompatibel mit den Zielen eines Kulturhauses. Auch ehrenamtlich organisierte Vereine und Initiativen müssen sich die Nutzung des Kulturhauses leisten können. Auch die Stadt darf nicht unter horrenden Mieten leiden, denn das ist Geld, das der Allgemeinheit am Ende fehlt. Auch ist völlig unklar, ob der Verkauf des Grundstücks den Bau am Hanns-Seidl-Platz tatsächlich beschleunigen würde. Es gibt bislang keinen Investor, der Interesse an dem Grundstück angemeldet hat. Die Stadt also müsste zunächst einen Investor finden und einen Vertrag aushandeln. Erst dann könnte der Investor anfangen zu planen, einen Bauvorantrag stellen, die Planungen mit der Bevölkerung abstimmen und dann in das Planfeststellungsverfahren gehen. Kurzum: Planerisch würde uns das um Jahrzehnte zurückwerfen.

  • Wir fordern einen ehrlichen, transparenten Umgang mit dem Projekt. Die Haushaltslage ist angespannt. In der Stadtverwaltung wissen das alle. Aus Angst vor den Reaktionen verschweigen die zuständigen Personen jedoch lieber die Unsicherheit, auf der das Projekt steht – und verhindern so auch einen konstruktiven Umgang mit den geänderten Rahmenbedingungen. Uns ist wichtig, dass die Fakten auf dem Tisch liegt und dass wir so die bestmöglichen Lösungen für die Stadtteilkultur vor Ort finden, anstatt uns hinter hohlen Versprechungen zu verstecken.

  • Wir wollen uns auf das Wesentliche konzentrieren. In den Planungen für das Kulturhaus ist ein Flugdach zu finden, das in den ersten Planungen vor 15 Jahren angedacht worden war – also ein großes überhängendes Dach, optisch ähnlich eines Surfbretts, das sich über den Hanns-Seidl-Platzes strecken soll, jedoch keinen praktischen Nutzen für das Gebäude hat. Schon seit einigen Jahren ist jedoch klar, dass dieses Flugdach weder architektonisch noch finanziell realisierbar ist. Doch Neuperlach braucht kein Flugdach. Wir brauchen Räume für Kultur. In unserem Stadtbezirk gibt es einen großen Mangel an kostengünstigen Veranstaltungs- und Seminarräumen, die Vereine, Initiativen und Kulturschaffende nutzen können. Auch brauchen wir Räume für die Volkshochschule und das Sozialbürgerhaus, das 2032 aus dem Gebäude gegenüber aufgrund von Renovierungsbedarf ausziehen muss. Das ist es, wofür wir uns einsetzen wollen. Wir fordern deshalb: Sparen wir teure Kosmetik. Bauen wir das, was es wirklich braucht.